Wein von A bis Z

Entdecken Sie jeden Montag ein neues Thema rund um Wein, vielleicht ist auch etwas Neues und Interessantes für Sie dabei.

A - Auslese

Als "Auslese" bezeichnet man Weine der dritten Stufe (nach Kabinett und Spätlese) eines Prädikatsweines (früher "Qualitätswein mit Prädikat").
Dieser Wein wird aus vollreifen und ausgesuchten Trauben gekeltert, unreife Beeren werden ausgesondert. In Deutschland sind Prädikatsweine aus einer einzigen Rebsorte hergestellt. Als Auslese müssen die Weine ein Mostgewicht von mindestens 90-100 Öchsle aufweisen (je nach Anbaugebiet und Rebsorte gelten unterschiedliche Mindestwerte).

 

B - Barrique

Barrique (französisch = Faß) war ursprünglich ein Volumenmaß für Fäßer, die auf Schiffen verladen wurden: in Bordeaux entsprach ein Barrique einem Faß mit 225 Liter Inhalt. Solche Fässer wurden auch in der französischen Revolution als Schutzwall aufgetürmt, daher stammt der Ausdruck "Barrikaden".
Heute wird üblicherweise das Eichenfaß mit 225 Litern Inhalt, das zum Ausbau von Wein dient, als Barrique bezeichnet. Dementsprechend spricht man auch von Barrique-Weinen und von Barrique-Aromen.

Die Lagerung in den Eichenfässern beeinflusst den Wein maßgeblich. Die Eichenfässer werden "getoastet", indem die Fässer über einem offenen Feuer stehen, dadurch entstehen die typischen Röstaromen. Das Holz gibt während der Lagerung des Weines verschiedene Stoffe wie Tannine und auch Vanillin an den Wein ab. Diese Stoffe sind aber recht bald "verbraucht", so dass ein Barriquefaß nach drei Füllungen nicht mehr für den Ausbau von Barrique-Weinen geeignet ist.

Die Barriquefässer werden in Handarbeit hergestellt und sind teurer als andere Varianten des Weinausbaus, so dass Barrique-Weine in der Herstellung hohe Kosten verursachen. Vor allem aus diesen Kostengründen wird versucht, die Barriquearomen ohne die Lagerung des Weines in Eichenfässer zu erreichen, durch die Zugabe von Holzchips. Diese Methode der Herstellung ist in der EU seit 2006 erlaubt, sie dürfen jedoch nicht mit der Bezeichnung "im Barrique-Fass gereift" versehen werden.
Geschmacklich ist es kaum möglich, zwischen Weine aus dem Barrique-Fass und mit Chips gekelterten Weinen zu unterscheiden.

 

C - Cuvée

Der Ausdruck Cuvée wird unterschiedlich verwendet. Während bei der Herstellung von Champagner ein "Cuvée" für den erstern und qualitativ hochwertigen Ertrag aus der Pressung verwendet wird, steht der Begriff Cuvée in Deutschland für einen Wein aus verschiedenen Rebsorten, Lagen oder Jahrgängen.

Durch die Mischung von verschiedenen möchte der Winzer in der Regel die Eigenschaften von verschiedenen Rebsorten kombinieren. Viele bekannte Weine aus dem Bordeaux oder auch aus der Toskana sind keine reinsortigen Weine, sondern eben Mischungen. Im Bordeaux sind es meist Mischungen aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot, im Gebiet Chianti sind es beispielsweise vorwiegend Sangiovese und Cannaiolo Nero. Auch bei deutschen Rotweinen sind Cuvées immer häufiger anzutreffen.

 

D - Dornfelder

Die rote Rebsorte "Dornfelder" ist eine Züchtung von Imanuel Dornfeld aus dem Jahre 1955. Sie wird vor allem in deutschen Weinanbaugebieten angebaut. Während der Dornfelder noch vor dem Jahr 2000 kaum eine Rolle im deutschen Weinbau spielte, war sie im Jahre 2010 die zweithäufigste Rotweinsorte und wird auf insgesamt 8.000 ha vor allem in Rheinhessen und in der Pfalz angebaut.
Dornfelder hat eine dunkle, schwarzrote Farbe und hat einen hohen Gerbstoffanteil. Dornfelder ist als junger Wein sehr fruchtig, eignet sich auch zum Barrique-Ausbau und wird dann zum harmonischen und gehaltvollen Wein.

 

E - Erstes Gewächs

Die Bezeichnung "Erstes Gewächs" ist seit 1999 zulässig für bestimmte Weine aus dem Rheingau. Sie gilt nur für reinsortige Weine (Riesling oder Spätburgunder), die bestimmte Bedingungen erfüllen:

  • * nur aus klassifizierten Lagen
  • * max 50hl/ha Ertrag
  • * selektive Handlese
  • * Mostgewicht von mindestens ca. 85 Öchsle
  • * Riesling: trockener Wein mit max. 13g/Liter Restzucker und mindestens 12% vol.,
        Verkauf frühestens am 1. September des Folgejahres.
  • * Spätburgunder: trockener Wein mit max. 6g/Liter Restzucker und mindestens 13% vol.
        Verkauf frühestens am 1. September des übernächsten Jahres



F - Federweißer

Der in Deutschland Federweißer (Österreich: Staubiger, Sauser / Schweiz: Sauser) genannte Jungwein ist ein Traubenmost aus Weissweintrauben, der ungefiltert ist und dessen Gärung noch nicht abgeschlossen ist. Der neue Wein enthält bereits einen Alkoholanteil, obwohl erst ein Teil des Zuckers vergoren ist. Der Federweiße enthält die Kohlensäure, die bei der Gärung entsteht. Die Flaschen sind mit Schraubverschluss verschlossen und müssen aufgrund der weiter fortschreitenden Gärung unbedingt stehend transportiert werden.
Der Federweiße wird häufig aus früh reifenden Trauben wie zum Beispiel Bacchus oder Ortega hergestellt, er ist für jedermann ein Zeichen dafür, dass die Zeit der Weinlese begonnen hat.

 

G - Gerbstoff

Die Gerbstoffe (= Tannin), die vor allem in Rotweinen eine Rolle spielen, sind chemische Verbindungen (Phenole), die vor allem in den Schalen der Trauben, den Stielen und den Kernen vorkommen. Die Tannine verursachen vor allem in jungen Rotweinen ein Zusammenziehen der Schleimhäute im Mund, die typische Note von Trockenheit (Astringenz).

Der Tanningehalt nimmt im Laufe der Weinlagerung stetig ab, weil sich die Phenole durch Oxidation mit den Farbstoffen im Wein zu weniger "trockenen" Verbindungen umwandeln und der Wein dadurch weicher und angenehmer wird.

H - Halbtrocken

Halbtrocken ist eine Geschmacksangabe, die eigentlich den Süßegrad eines Weines bezeichnet. In Deutschland kann ein Wein als halbtrocken bezeichnet werden, wenn er zwischen 9 und 18 Gramm Restzucker pro Liter aufweist. Dabei muss der Wein allerdings auch einen Restzuckergehalt von "Säure plus 10 Gramm" aufweisen.
Ein halbtrockener Wein entsteht beispielsweise, wenn die Gärung des Weines vor der vollständigen Umwandlung des Zuckers im Most in Alkohol gestoppt wird.
Halbtrockene Weine können subjektiv sehr unterschiedlich schmecken, von "süss" (wenn kaum Säure vorhanden ist) bis zu "charaktervoll und komplex mit nur leichter Süssnote" (wenn Säuregehalt und Restzuckergehalt etwas höher sind).

 

I - Indicazione Geografica Tipica (IGT)

Die Bezeichnung IGT existiert seit 1992 für italienische Landweine, ähnlich der Bezeichnung Vins de Pays (VDP) in Frankreich. Seit 2010 gelten für IGT-Weine strengere Regeln, damit hat sich Italien den EU-Vorschriften angepasst.
IGT entspricht der EU-Kategorie IGP (Indication Géographique Protégée) und muss dadurch aus einem bestimmten, definierten Anbaugebiet stammen sowie weitere Kriterien erfüllen wie bestimmte Rebsorten, maximaler Ertrag und neu auch eine chemische Analyse des Weines.

 

J - Jahrgang

Viele Weine - vor allem Qualitätsweine - werden ausschliesslich aus einem Jahrgang hergestellt und mit diesem Jahrgang auf der Etikette gekennzeichent. Das gilt allerdings nicht für Schaumweine und Dessertweine, wo der Jahrgangswein eher die Ausnahme ist und für besondere Qualität steht.

Auch wenn immer wieder von einem guten oder schlechten Jahrgang die Rede ist, so ist diese Bezeichnung irreführend und gilt nicht generell für alle Regionen und alle Weine. Das zeigt auch die Jahrgangstabelle für deutsche Weine auf der Seite der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft.
Es ist vielmehr so, dass die Qualität der Weine in jedem Jahr unterschiedlich ausfällt, je nach Region und nach Winzer. Der generelle Trend eines Jahrgangs kann im Einzelfall wiederlegt werden, probieren geht auch hier über studieren!

K - Kerner

Kerner ist eine Kreuzung aus der roten Sorte Trollinger und der weissen Sorte Riesling. Ursprünglich hieß die Sorte nach dem ersten Züchter "weißer Herold",  erst später wurde sie nach dem Dichter Justinus Kerner benannt. Der Kerner wird vor allem in Rheinhessen (1.150 ha) und in der Pfalz (1.070 ha) angebaut und machte 2010 insgesamt ca. 3,5% der deutschen Anbaufläche aus, Tendenz rückläufig. Kerner ergibt meist einen frischen, fruchtigen Wein mit erkennbarer Säurenote.

 

L - Lieblich

Lieblicher Wein ist nach dem deutschen Weingesetz ein Wein mit deutlicher Restsüße. Der Zuckergehalt liegt über dem trockenen und halbtrockenen Wein und soll zwischen 18g/l und 45g/l liegen.

 

M - Mostgewicht

Das Mostgewicht mißt das Gewicht des Mostes im Verhältnis zu seinem Volumen. Ein wichtiger Anteil des Mostes ist gelöster Zucker, so dass das Mostgewicht ein guter Indikator für den potentiellen Alkoholgehalt des zukünftigen Weines ist. Das Mostgewicht wird in Oechslegraden gemessen. Durchschnittliche Jahrgänge haben in Deutschland ca. 70-80 Grad Oechsle, was einem relativen Mostgewicht von 1,07 bis 1,08 entspricht und einen potentiellen Alkoholanteil von ca. 10% bis 11,5% erwarten lässt.

 

N - Nobling

Die weisse Rebsorte Nobling ist eine Rebsorte mit sehr geringer Verbreitung, zum Beispiel im Markgräfler Land, insgesamt wird Nobling auf einer Fläche von weniger als 100ha angebaut. Die Kreuzung aus Gutedel (Chasselas) und Silvaner eignet sich gut als Grundlage für Sekt, wird aber mehr und mehr von Burgundersorten verdrängt, da sich mit diesen Sorten in den für Nobling geigneten Lagen höhere Erträge bei weniger manuellem Aufwand erzielen lassen.

 

O - Oechsle-Grad

Die Oechsle-Grade sind die Einheit, in der das Mostgewicht gemessen wird. Die Oechsle-Grade sind eine Angabe dafür, um wieviel schwerer der unvergorene Fruchtsaft ist als Wasser. Je schwerer der Traubensaft ist, desto höher ist sein Zuckergehalt, was wiederum einen Rückschluss auf den zukünftigen Alkoholgehalt des Weines erlaubt, da dieser Zucker bei der Gärung teilweise oder gar vollständig in Alkohol umgewandelt wird.

Ist ein Liter Traubensaft beispielsweise 90 Gramm schwerer als ein Liter Wasser, so entspricht dies 90 Oechsle-Graden. Wird ein solcher Traubensaft vollständig durchgegoren, so erreicht er einen Alkoholgehalt von ca. 12%.

Im deutschen Weingesetz sind Mindestgrenzen in Oechsle-Grade für Weine definiert, so muss etwa ein Traubensaft je nach Anbaugebiet ca. 76-90 Ochsle-Grade bei er Ernte aufweisen, damit er später ein Prädikatswein "Spätlese" werden kann.

 

P - Phenole

Phenole sind chemische Verbindungen, die aus einem aromatischen Ring (Arene) und einer oder mehreren daran gebundenen Hydroxygruppen bestehen. Das einfachste Phenol ist dem Benzol ähnlich und hat die chemische Formel C6H5OH.
Für den Geruch und den Geschmack des Weines sind Phenole von entscheidender Bedeutung, sie kommen beispielsweise als Tannin in den Schalen und Kernen der roten Trauben vor. Sie sind ebenso für den bitteren Geschmack von jungen, stark tanninhaltigen Weinen verantwortlich wie auch für den weicheren Tanningeschmack bei älteren, intensiven Rotweinen.

Phenole haben auch einen positiven Einfluss auf die Gesundheit, wie zum Beispiel die im Wein vorhandene Salicylsäure, die das Risiko von Herz-/Kreislauferkrankungen mindern kann.
Allerdings sind diese positiven Effekte der Phenole vor allem bei moderatem Weingenuß vorhanden, da bei stärkerem Konsum die schädlichen Wirkungen des Alkohols überwiegen können.

 









































Die wine-check Skala
Wie viele Parker-Punkte (PP) sind das?

7,0 wine-check = 77 PP
7,5 wine-check = 80 PP
8,0 wine-check = 84 PP
8,5 wine-check = 88 PP
9,0 wine-check = 92 PP
9,5 wine-check = 96 PP